Zimmer-Tratsch.

Hallo Mitmensch,

scheint bei Dir die Sonne? Ich sehe sie durch die Rolläden blitzen und mein Kopf hämmert bereits seit dem Aufwachen wie verrückt.
Ich habe noch zwei Wochen frei bis ich meine neue Arbeitsstelle antrete. Mein Kiefer, der sich in der Nacht selbstständig zur einer Pressmaschine entwickelt, fühlt sich heute ganz besonders in Mitleidenschaft gezogen. Er fühlt sich nicht ganz so frei. Nicht ganz so nach Urlaub.
Mein Seelendings ist heute auf Leerstelle. Nichts ist besonders furchtbar, nichts besonders schön. So viel Körper, auf so wenig gehaltvollen Inhalt. Ich denke, das ist klassische Ressourcenverschwendung.

Kennst Du empathische Zimmer? Ich denke, ich besitze so eines. Mein Zimmer weiß bereits vor mir, dass das Schreckgespenst zu Besuch kommt. Die frisch gewaschene Wäsche liegt Tage bis sie in den Schrank geräumt wird (der nur etwa ein Meter vom Warteplatz entfernt steht), Staubflusen winken mir zu und Rolläden verweilen Tag und Nacht auf gleicher Position. Mein Zimmer spiegelt mich immer ganz wunderbar und hält so lange inne, bis ich wieder zum Großputz erwache. Momentan verspreche ich täglich: „Morgen, morgen packe ich es an!“. Mein Morgen hat inzwischen eine unnatürliche Länge angenommen.
Ich bin wirklich eine Freundin der Ordnung, aber sobald es in mir unordentlich wird, gesellt sich mein Zimmer ganz solidarisch dazu. Manchmal wünschte ich mir etwas weniger Solidarität und mehr Eigensinn. Vielleicht ist das aber zu viel verlangt, vielleicht ist dieser Spiegel sogar ganz wichtig (nur für den Fall, dass das Schreckgespenst wieder in „mir ist alles egal“-Manier hereinspaziert und meint, es könnte unbemerkt vor sich hinwerkeln).

Nun denn: wer bist Du eigentlich? Was führt Dich hier her? Wie viel Sonne trägst Du heute in Dir? Und: was würde Dein Zimmer heute über Dich erzählen?

Veröffentlicht von schuhbaendel

"Es" sucht sich gerade noch selbst.

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